für großes Orchester (1996/97)

UA Stuttgart 2/1999 (Radiosinfonieorchester Stuttgart, Peter Rundel, Festival eclat)Partitur

Aufnahme 

Kommentar 

Der Niederschrift von Nicanor ging eine lange Vorbereitungsphase im Jahr 1995 voran, in der ich mich mit dem Roman el otoño del patriarca (Der Herbst des Patriarchen) von Gabriel García Márquez beschäftigt habe. Nicht zuletzt durch meine eigenen Reisen nach Ecuador und Chile sowie durch viele Bekanntschaften mit lateinamerikanischen Künstlern lernte ich die Literatur von Cortázar, Borges und Márquez verstärkt kennen. El otoño del patriarca ist für mich ein literarischer Referenzpunkt durch seine Mischung aus dokumentarischer Anklage, rhetorischer Architektur und verschlungenem Erzählfluß geworden.
Der Roman, genauer gesagt das letzte Kapitel ist die literarische Grundlage des Orchesterstücks. Der Roman erzählt in zwei parallel laufenden zeitlichen beziehungsweise historischen Ebenen von dem Leben und dem Tod des Patriarchen, einem Phantombild, bestehend aus vielen einander überlagerten Diktatorgestalten aus der jüngeren Geschichte des lateinamerikanischen Kontinents.
Es geht um die mit zunehmendem Alter immer ausgeprägtere Isolation und Menschenfremdheit des Dikators um der Erhaltung der Macht und der eigenen Sicherheit willen, die sich nicht zuletzt in einer ungeheueren Grausamkeit gegenüber dem eigenen Volk zeigt. Alldies geht jedoch auch einher mit der allmählichen inneren und äußeren Verfaulung seines Lebens, das fast unendlich lange währt, sinnbildlich für die häufig ununterbrochene Abfolge von Gewaltherrschaften vieler lateinamerikanischer Länder.
Eine merkwürdige Art von kapitelweise zyklischer Form unterstützt diesen Eindruck: Zu Anfang jedes Kapitels ist die zeitliche Ebene durch die ersten Stunden und Tage nach der Erlösung von dem Diktator durch seinen Tod gegeben, dann erfolgt die Rückblende auf sein alterndes Leben als die zweite zeitliche Ebene. Erst im letzten Kapitel entsteht der Kontakt der Ebenen durch die Beschreibung der Momente des Todes in der Form eines einzigen monumentalen Satzes, der die Intensität des Klageliedes auf einen Höhepunkt bringt.
In diesem letzten Kapitel tritt inmitten des festungsartig gesicherten Palastes der Tod leibhaftig auf, ungehindert erreicht er den General und ruft ihn mit dem Namen Nicanor, der Name, unter dem der Tod uns Menschen alle im Augenblick des Sterbens kennt...

Dauer 

24 min

Besetzung 

3 Flöten (1., 2. auch Piccolo, 3. auch G-Flöte)
3 Oboen (3. auch Englischhorn)
3 Klarinetten (3. auch Baßklarinette)
3 Fagotte
4 Hörner
4 Trompeten
4 Posaunen
1 Baßtuba
1 Akkordeon
1. Schlagzeug:
4 Pedalpauken, Cabaza, Schellen, große Trommel, mittelgroßes TamTam
2. Schlagzeug
Marimbaphon (weiche Schlägel) , Cabaza
3. Schlagzeug
Vibraphon (weiche Schlägel), mittelgroßes TamTam, Cabaza
12 Violinen 1
12 Violinen 2
12 Violen
8 Celli
8 Kontrabässe
5 Chorsprecher

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für großes Orchester (1996/97)

UA Stuttgart 2/1999 (Radiosinfonieorchester Stuttgart, Peter Rundel, Festival eclat)Partitur

Aufnahme 

Kommentar 

Der Niederschrift von Nicanor ging eine lange Vorbereitungsphase im Jahr 1995 voran, in der ich mich mit dem Roman el otoño del patriarca (Der Herbst des Patriarchen) von Gabriel García Márquez beschäftigt habe. Nicht zuletzt durch meine eigenen Reisen nach Ecuador und Chile sowie durch viele Bekanntschaften mit lateinamerikanischen Künstlern lernte ich die Literatur von Cortázar, Borges und Márquez verstärkt kennen. El otoño del patriarca ist für mich ein literarischer Referenzpunkt durch seine Mischung aus dokumentarischer Anklage, rhetorischer Architektur und verschlungenem Erzählfluß geworden.
Der Roman, genauer gesagt das letzte Kapitel ist die literarische Grundlage des Orchesterstücks. Der Roman erzählt in zwei parallel laufenden zeitlichen beziehungsweise historischen Ebenen von dem Leben und dem Tod des Patriarchen, einem Phantombild, bestehend aus vielen einander überlagerten Diktatorgestalten aus der jüngeren Geschichte des lateinamerikanischen Kontinents.
Es geht um die mit zunehmendem Alter immer ausgeprägtere Isolation und Menschenfremdheit des Dikators um der Erhaltung der Macht und der eigenen Sicherheit willen, die sich nicht zuletzt in einer ungeheueren Grausamkeit gegenüber dem eigenen Volk zeigt. Alldies geht jedoch auch einher mit der allmählichen inneren und äußeren Verfaulung seines Lebens, das fast unendlich lange währt, sinnbildlich für die häufig ununterbrochene Abfolge von Gewaltherrschaften vieler lateinamerikanischer Länder.
Eine merkwürdige Art von kapitelweise zyklischer Form unterstützt diesen Eindruck: Zu Anfang jedes Kapitels ist die zeitliche Ebene durch die ersten Stunden und Tage nach der Erlösung von dem Diktator durch seinen Tod gegeben, dann erfolgt die Rückblende auf sein alterndes Leben als die zweite zeitliche Ebene. Erst im letzten Kapitel entsteht der Kontakt der Ebenen durch die Beschreibung der Momente des Todes in der Form eines einzigen monumentalen Satzes, der die Intensität des Klageliedes auf einen Höhepunkt bringt.
In diesem letzten Kapitel tritt inmitten des festungsartig gesicherten Palastes der Tod leibhaftig auf, ungehindert erreicht er den General und ruft ihn mit dem Namen Nicanor, der Name, unter dem der Tod uns Menschen alle im Augenblick des Sterbens kennt...

Dauer 

24 min

Besetzung 

3 Flöten (1., 2. auch Piccolo, 3. auch G-Flöte)
3 Oboen (3. auch Englischhorn)
3 Klarinetten (3. auch Baßklarinette)
3 Fagotte
4 Hörner
4 Trompeten
4 Posaunen
1 Baßtuba
1 Akkordeon
1. Schlagzeug:
4 Pedalpauken, Cabaza, Schellen, große Trommel, mittelgroßes TamTam
2. Schlagzeug
Marimbaphon (weiche Schlägel) , Cabaza
3. Schlagzeug
Vibraphon (weiche Schlägel), mittelgroßes TamTam, Cabaza
12 Violinen 1
12 Violinen 2
12 Violen
8 Celli
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